Montag, 11. November 2013

DANKE

für 1068 Seitenaufrufe !

Hier kommt die Lösung zu dem Bilderrätsel. Eure Antworten waren hilarious! Thanks a lot.


Samstag, 9. November 2013

Joshua Tree National Park



Wenn man schon 5 Stunden gefahren ist und eine Woche lang durchgearbeitet hat, dann hat man doch auch ein bisl Urlaub verdient!? Folglich sind wir am Freitag nach unserer getanen Arbeit und einer laaaaangen Verabschiedung zum Joshua Tree NP gefahren. Nach einem kurzen Stopp beim Visitor Center hatten wir die besten Hikes und Campsites gefunden. Nach einem 2km Hike zum Arch Rock und einem netten Plausch mit zwei Campern haben wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz gemacht. Ohne Erfolg… alles besetzt … wir also leicht frustriert in der Gegend rumgekurvt … hin und her gerissen zwischen zurück zum Ironwoodhaus fahren oder weiter nach einem Campingplatz suchen. Offensichtlich sahen wir dermaßen verwirrt aus, dass uns die netten Ranger aus dem Visitor Center aufgabelten und uns eine Campingarea außerhalb des Parks zeigten. Dieser „Campingplatz“ liegt auf BLM Land was bedeutet keine Sanitäranlagen, keine Straßen (gut dass wir unsern Off-Road Tahoe hatten), keine Kosten. Völlig geschafft, hatten wir keine Lust unser Zelt aufzubauen. Und da es sowieso saukalt war beschlossen wir im Auto zu pennen. Alle Sachen ausm Kofferraum auf die beiden Vordersitze und dann einer (Guillaume) auf die Rückbank und der andere (ich) in den Kofferraum. … ein Erlebnis … ein schweinekaltes Erlebnis… but WHAT DOESN´T KILL YOU MAKES YOU STRONGER ! Am nächsten Morgen sind wir superfrüh (5:00) aufgebrochen und haben unseren Heimweg angetreten.  

Arch Rock


Schlafen IM Auto

Sowas findet man in der Wüste...

Sunrise Road

Die Schattenseiten einer Sonnenfarm ! Oder meine Woche im kaffigsten Kaff der Welt.



Es tut mir leid, dass ihr in letzter Zeit relativ wenig von mir gehört habt… Aber ich war praktisch durchgängig auf Reisen… Ja ich weiß ich bin arm dran …

Wieder im trauten Heim in Lake Mead, mit einem Fudge-Eis in der Hand kann ich euch endlich genaueres berichten. Dazu gebe ich mal ein Stichwort: Solaranlagen
Klingt doch eigentlich ganz gut oder? Ja, im Vergleich ist es das auch, aber hier im Südwesten haben Solaranlagen erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem der Wüste. Die letzte Woche habe ich in Lake Tamarisk verbracht, das ist ein winziges Kaff in der Nähe vom Joshua Tree National Park. Wir (Guillaume und ich) haben dort dem Fish and Wildlife Service und der Ironwood Consulting Group geholfen eine Studie durchzuführen. Mit Hilfe dieser Studie sollte ermittelt werden, welche Auswirkungen riesige Solaranlagen auf Vögel (besonders auf Zugvögel) haben. Denn wenn man ein Solarkraftwerk von oben sieht kann man darauf kommen, dass es vllt ein See ist und in der Wüste sind Seen natürlich besonders begehrt! Da passiert es von Zeit zu Zeit, dass ein Vogel dort landen will und in den Solarpaneelen hängen bleibt und sich verletzt oder sogar stirbt. Eine Lösung dafür können grüne Laser sein wie sie bereits an Flughäfen eingesetzt werden. Sie halten die Tiere davon ab sich in dieser Gegend aufzuhalten. Die Studie sah wie folgt aus: 21 Leute in 7 Teams fahren in Golfkarts herum und suchen die Reihen von Solarpaneelen nach verletzten oder verendeten Vögeln ab. In zwei vierstündigen Sessions wurde das Kraftwerk zweimal täglich gescannt.


Am Montag sind wir in Lake Tamarisk angekommen. Wir wurden von Kelsi (die Frau vom Projektleiter) und Chris (cooler, langhaariger Mittvierziger mit viel Humor) herzlich mit einem Bierchen begrüßt und in der Sonne sitzend lernten wir uns näher kennen. Anstatt wie geplant im Garten zu Campen bekamen wir unser eigenes Zimmer mit richtigen Betten. Kelsi und Chris arbeiten für Ironwood Consulting, die diverse Projekte mit Umweltrisiken betreut. Darunter auch die Umsiedlung von Wüsten Schildkröten. Noch am selben Tag fuhren wir mit Kelsi in die Pampa um ihre Schützlinge, die sie mit Chips ausgestattet haben, zu dokumentieren. Das heißt wir haben eine DESERT TORTOISE gesehen – that´s a pretty big deal!
Die Ironwoodleute trafen im Laufe des Nachmittags und Abends ein und wir hatten das Gefühl, dass hier Freunde zusammenkommen und keine Arbeitskollegen. Sie verhalten sich wie eine große Familie, in die wir sofort mit aufgenommen wurden. Unter den Nachzüglern war auch Kathy, die Chefin von Ironwood, die tonnenweise Essen und drei Kästen Bier angeschleppt hat. Wie der restliche Abend ausgesehen hat könnt ihr euch sicher vorstellen ;) Es gab sogar einen extra Kühlschrank nur für Bier, Rum und Vodka.
Am Dienstag wurden wir um 5:00 aus unseren Träumen gerissen. Das Sicherheitstraining musste noch absolviert werden… Es war so langweilig und redundant, dass ich während des fast 3 stündigen Vortrags eingenickt bin. Und ich war nicht der Einzige. Seitdem war Chuck (Sicherheitsoberfutzi) die ganze Zeit beleidigt…
Nach dem Training bekamen wir noch unsere Ausrüstung
(man könnte auch sagen Village-People-Uniform) und Lunch. Der Scanning Prozess verlief relativ ereignislos und am ersten Tag fanden wir 1 Vogel. Meine Crew bestand aus Chris und Jorge unserem mexikanischen Fahrer.
„Zu Hause“ gabs wieder viel Essen.
Am Mittwochabend habe ich mit Erin (nein nicht Brockowich) Baseball geguckt und im Anschluss die MEISTERSCHAFT DER BOSTON RED SOX gefeiert… mit noch mehr Essen und einem Lagerfeuer im Garten.
Der nächste Abend war HALLOWEEN und selbst in diesem abgelegenen Kaff in der Wüste haben die Leute ihre Häuser geschmückt und die Kinder ziehen durch die Straßen. Leider hatte sich bis auf Frank unser moppeliger Nachbar, der als 1-Mann Mariachi Band ging, keiner verkleidet… 
Am Freitag hieß es leider Abschied nehmen, aber die Freunde, die wir während dieser Woche gemacht haben werden bleiben und da Ironwood auch ein Projekt in der Nähe von Boulder City hat, werden wir uns hoffentlich alle wiedersehen.  
Nachdem Brad eine Tarantel gefunden hatte und sie auf meinen nackten Arm gesetzt hat, reichte ich sie weiter an Guillaume

Freitag, 25. Oktober 2013

Our first day in the field – Death Valley



Heute (23.10.13) war unser erster aktiver Tag im Gelände. Bisher haben wir lediglich Security Training bekommen, Papierkram erledigt und diversen Meetings / Trainings beigewohnt.

Hier in Amerika heißt es KLOTZEN NICH KLECKERN ! Das heißt gleich am ersten Tag geht’s 300 Kilometer nach Norden ins „Tal des Todes“ (auch Death Valley oder als professionelle Abkürzung: DEVA genannt)
Als mich Mary am Abend zuvor zu Hause absetzte, nannte sie mir die Zeit zu der wir abmarschbereit seien sollen: 6:50. Auch auf meine Nachfrage hin, ob ich sie richtig verstanden hätte bestätigte sie diese Uhrzeit.
Naja anscheinend hatte ich sie doch nicht richtig verstanden, denn heute stand sie um 6:00 vor unserer Tür und weckte uns mit ihrem penetranten Klopfen. Als Profis hatten wir bereits unsere Sachen gepackt und wir brauchten nur noch in unsere Klamotten zu schlüpfen. Immer noch schläfrig fuhren wir zu Kristins Haus. Als uns keiner die Tür öffnete, riefen wir Kristin auf ihrem Handy an. Eine völlig verpennte Stimme flüsterte: „Yeah? Wassup? Why you callin´?“
Erleichtert atmeten Guillaume und ich auf. Wir waren nicht die einzigen, die verschlafen hatten. Als wir dann im Büro auf noch auf Geoff warten mussten, waren wir vollends erleichtert.
Dummerweise hatte ich mich als erster zum Fahrtdienst gemeldet. Keine Möglichkeit zu schlafen im Auto… Dafür hatte ich den besten Ausblick während wir durch Vegas und in die Red Rock Mountains fuhren! In Pahrump, das ist ein Dorf kurz vor DEVA, machten wir (Geoff, Guillaume und ich) Halt um auf die anderen (Kristin & Mary)  zu warten. Pahrump ist eigentlich ein ganzes County (Landkreis) aber weil so wenige Leute dort leben und zudem sehr verstreut, wurde das zu einem Dorf zusammengefasst. Zudem wohnen hier nur die Verrücktesten der Verrücktesten. Alles ist in diesem Häuserhaufen erlaubt: Prostitution, Glücksspiel und uneingeschränkter Waffenbesitz. 


Alle Feldproben verlangen ein strikt einzuhaltendes Protokoll (SOP – standard operation protocol). Nachdem wir die Park boundaries passiert hatten folgten wir dem Protokoll:
-          Geeigneten Parkplatz suchen
-          GPS, Funkgerät, Geopro (Notfallbenachrichtigungsgerät), Stift, Clipboard, Feld Formulare, Messgeräte etc. einpacken und mit dem GPS zum Ziel (in unserem Fall eine Wasserquelle) navigieren.
-          Am Bestimmungsort Messungen durchführen, Vegetation beschreiben und Fotos machen.
-          Zurück zum Auto
Natürlich sind die SOPs nie so einfach formuliert… Außerdem wären wir fast wieder umgekehrt, weil wir eine neue Wasserpipeline gefunden haben. Diese deutet daraufhin, dass dort Mexikanische Mafiakartelle Marihuana anbauen. Die „Bauern“ sind meistens sehr arme Mexikaner, dessen Familien in der Gewalt der Drogenbosse sind und wenn sie nicht liefern, lassen die Bosse ihre Wut an den Familien aus. Daher verteidigen sie die Plantagen vehement und es interessiert sie wenig, dass wir nur Wissenschaftler sind. Also heißt die Devise bei Rohrsichtungen: Schnellstens raus hier und ins Auto. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir jedoch das Ziel der Pipeline: Ein Wassermesstank einer anderen Organisation. Danach ging es zur nächsten Quelle. Geoff schickte mich auf einen kleinen Offroad-Umweg damit wir die Salzebene sehen können. Stellt euch plattes Land bis zum Horizont vor und in der Mitte eine riesige weiße Fläche.
Als wir die anderen zwei wieder eingeholt hatten wechselten Kristin und ich die Plätze, weil wir jetzt auf einer Dirt-Road weiterfuhren. Da ich kein Dirt-Road-Training hatte saß ich auf Marys Beifahrersitz und sprang gelegentlich hinaus, um die beiden Autos über besonders knifflige Stellen zu navigieren. Und das Protokoll wurde erneut abgearbeitet. Dieses Mal haben wir uns jedoch durch zwei/drei Meter hohes Wüstenschilfgras gekämpft.

Und wir haben eine verlassene Minenwalze gefunden.



Nach der zweiten Quelle aßen wir unser Lunch und fuhren in die Ghosttown Rhyolite. Jetzt erwartet man die hölzernen Wände eines Saloons und ein Friedhof mit Holzkreuzen… Falsch gedacht ! In der Wüste war Holz dermaßen teuer, dass alle Häuser aus Stein gebaut wurden. Trotzdem war das ganze nur mäßig spannend und lediglich ein Künstlerhaus zog meine Aufmerksamkeit auf mich:
Die gesamte Außenfassade wurde aus Glasflaschen und Zement gefertigt.

Während Mary und Kristin ihr Zelt in der Nähe der nä. Quelle aufschlugen machten wir uns bereits auf den Rückweg. Dieses Mal führ Guillaume und ich konnte auf der Rückbank pennen.

Morgen (24.10.13)  geht’s ins Backcountry von Lake Mead und nä. Woche fahren Guillaume und ich in den Joshua Tree NP. Ich freu mich drauf !

Om Shakka Lakka – WIR SIND EINS !



Was macht man (bzw. hauptsächlich Frau) in einer amerikanischen Großstadt (wie Las Vegas) wenn sie/er gestresst von der Arbeit kommt?


So auch Mary. Nachdem wir heute (21.10.13) 1.926.382.934.651.925 Meetings und Security briefings beigewohnt haben, wollten wir eigentlich nur mit Mary nach Hause carpoolen… Als Mary vorschlug wir sollten doch zum Yoga mitkommen, konnten wir natürlich nicht Nein sagen. Schließlich wollen wir die 100% Amerikadröhnung ;) Um ein bisschen Erfahrung auf amerikanischen Straßen zu sammeln, ließ Mary mich fahren. Aber nicht ohne mir deutlich zu machen, sollte ich ein Unfall bauen dann werde ich einen qualvollen Tod sterben …    Ich hatte keinerlei Bedenken, dass ich einen Fehler mache, sondern eher die anderen… Denn in Las Vegas fährt jeder betrunken Auto. Hinzukommt, dass 99% der Amerikaner sowieso nicht Autofahren können.
 Wie nicht anders zu erwarten, habe ich uns sicher nach Downtown Las Vegas gebracht^^. Vielleicht erinnert ich euch noch: Downtown Las Vegas ist hauptsächlich die Freemont Street… Zum Glück dirigierte mich Mary ins Hipsterviertel Downtowns – weit weg vom Heart Attack Grille.
In Marys Kofferraum findet man alles (ihr ganzes Auto ist ein fahrender Kleiderschrank) so auch eine Männerbasketballhose, die ich benutzen konnte.

Das Yogastudio liegt in einer Art Gallery mit moderner Popart Kunst und Toiletten durch deren Türen man durchgucken kann. Dort haben wir uns übrigens umgezogen…
Der Yogakurs ist relativ klein. (wir waren alle zusammen 6 Leute)Normalerweise wohnen dem Kurs die merkwürdigsten Leute bei. Stripperinnen, die wie Jessica Rabbit aussehen, Rastas, die durchgängig Bob Marley zitieren und Krankenschwestern, die den ganzen Tag mit Alkoholvergiftungen zu kämpfen haben. Dieses Mal waren jedoch nur Durchschnittsleute da. Matten, Decken etc. wurden gestellt.
 Dann betrat unser Yogalehrer den Raum.  Stellt euch jemanden vor der einen Kopf kleiner ist als ich, einen Haufen Rastalocken hat, blond und auf Drogen ist. Und das mit den Drogen sage ich nicht nur so. Jedes Mal wenn er Mary sieht, begrüßt er sie als hätten sie sich noch nie gesehen – wir gehen davon aus, dass er sich sein ganzes Hirn weggekifft hat. Dabei schätze ich ihn gerademal auf 26-28 Jahre.
An den Wänden hängen spielerische Bilder, die von einem 12 Jährigen stammen könnten. Nun zündete er merkwürdige Räucherstäbchen an und schaltet esoterische Hippiemusik an.
Der eigentliche Kurs war sehr informativ, anstrengend und entspannend zugleich. Wären da nicht seine pseudospirituellen Zwischenrufe: „Die Energie ist überall, saugt sie in euch auf!“ „Öffnet euer Chakra.“ „Streckt euer Herz aus!“ „Fühlt das Universum.“ „Wir sind das Weltall. Wir fliegen durch das Weltall.“ And last but not least: „Ooooooooooooooommmmmmmm!“

Nichtsdestotrotz hat es uns sehr gefallen und wir werden sicher nochmal hingehen, zumal es keine Preise gibt. Man gibt was man kann, bzw. der Qualität entsprechend. Da er heute doppelt so lang gemacht hat gab´s pro Person $7.

Um unsere on der Yogasession hungrig geworden Mägen zu besänftigen gingen wir zu „Taco El Gordo“ („el gordo“ heißt so viel wie „der Fette“ oder auch „Fettsack“-als Schimpfwort). Als Mary versuchte ihre Tacos zu bestellen, wurde schnell klar, hier spricht keiner English… Also musste ich (weil Guillaume sich nicht traute) für uns bestellen 90% Spanisch und 10% English. Geschmeckt hat nur einer der beiden Tacos und Guillaume haben sie total übers Ohr gehauen. Er hatte eine regular Quesadilla bestellt und dabei kam heraus, dass das ein Taco ist, der lediglich mit Queso gefüllt ist… kein Fleisch, kein Gemüse, keine Sauce… Im Gegensatz zu dem bekifften Yogameister sehen die uns nie wieder!